Buch-Rezension: "Das Versprechen eines Sommers" von Lucy Foley

© Insel Verlag
Titel: Das Versprechen eines Sommers
Autorin: Lucy Foley
Verlag: Insel
Seiten: 435
Ausgabe: Broschiert
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 13. Juni 2017
Preis: 14,95 €
ISBN-10: 3458362789
ISBN-13: 978-3458362784
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Klappentext laut Amazon:
Das Versprechen eines Sommers erzählt die Geschichte von Hal und Stella, die allen Widerständen zum Trotz den Versuch wagen, dem Schicksal ihre Liebe abzutrotzen – vor der schillernden Kulisse der italienischen Riviera der 1950er Jahre, wo eine verlorene Generation wieder beginnt, an ihre Träume zu glauben.
Rom, 1953. Hal, ein englischer Journalist, hat sich nach den quälenden Erlebnissen des Krieges nach Italien abgesetzt. Eines Nachts trifft er dort die geheimnisvolle Stella, die ihm wie ein kurzer Moment des Glücks erscheint. Doch so unverhofft sie in sein Leben tritt, so schnell ist sie am nächsten Morgen wieder verschwunden.
Ein Jahr später begegnen sie sich wieder, an Bord eines Schiffs, das die ligurische Küste entlang nach Cannes unterwegs ist, auf Einladung einer Contessa, deren Film dort gezeigt werden soll. Unter der illustren Schar der Gäste ist auch Frank Truss, ein skrupelloser amerikanischer Geschäftsmann – dessen Ehefrau, zu Hals Bestürzung, niemand anderes ist als jene rätselhafte Stella. Je weiter die Reise geht, desto weniger können Hal und Stella ihre Gefühle füreinander verbergen – und desto angespannter wird die Situation an Bord …
Große Emotionen, schicksalhafte Lebensgeschichten und prächtige Bilder verweben sich zu einem üppigen, bittersüßen und dramatischen Schmöker, der das Lebensgefühl des  Dolce Vita in all seiner Sinnlichkeit heraufbeschwört.

Meine Meinung:
Ich hatte mal wieder total Lust auf einen historischen Roman und da ich bisher nur einen einzigen gelesen habe ("Die Schwester des Tänzers" von Eva Stachniak), der mir wirklich sehr gut gefallen hat, wollte ich einfach wieder genauso begeistert sein. Was für ein Zufall also, dass "Das Versprechen eines Sommers" von Lucy Foley mir sofort ins Auge stach und mir zuflüsterte, ich müsste es lesen. Sofort und ohne großes Warten. Und genau das tat ich dann. Und war beeindruckt von einer Geschichte, die sehr viel mehr bietet als das, was der Klappentext suggeriert.

In der Geschichte geht es um Hal, der als Engländer in Rom lebt und als Journalist arbeitet. In einer Nacht lernt er dabei die wunderschöne Stella kennen und verbringt mit ihr schier unfassbar großartige Stunden - doch dann verschwindet sie spurlos und Hal scheint sie nie wieder sehen zu werden. Einige Jahre später, im Jahr 1955, wird Hal für einen Artikel engagiert, den er zu einem Film schreiben soll. Dafür begibt er sich auf die Promoreise mit all den Schauspielern, dem Regisseur und den Geldgebern als auch der Filmproduktionsleiterin. Unter den reichen Spendern befindet sich auch Mr. Truss und seine Frau: Stella Truss. Ob es für die beiden noch eine Chance gibt? Doch weit darüber hinaus stellt Hal auch eins fest: Der Krieg hat nicht nur ihn verändert, sondern hatte Auswirkungen auf alle Menschen. Der einzige Unterschied ist nur, wie er sich ausgewirkt hat.

Ich hatte eigentlich nur eine hübsche Liebesgeschichte im hübschen Rom mit hübschen Charakteren erwartet - Entschuldigung für diese oberflächliche Erwartung. Doch von Anfang an war klar: Es wird tiefgängiger. Allein die Beziehung zwischen Hal und Stella ist mehr als nur die einfache Liebesgeschichte mit einem Geheimnis. Hinter den Figuren steckt Leid, Herz, Mitgefühl, Leidenschaft und Geschichte - und genau um diese Hintergründe und Charakterzüge geht es in diesen über 400 Seiten. Ja, die Geschichte lockt mit einer romantischen Liebe, aber so eindimensional bleibt es nicht und das ist auch gut so. Doch nicht nur die Hauptfiguren werden eindringlich durchleuchtet, auch alle anderen Personen werden einfach großartig, sehr interessant und divers dargestellt, sodass man ein sehr breitgefächertes Bild davon bekommt, wie unterschiedliche Menschen in unterschiedlichen Ländern den 2. Weltkrieg erlebt haben. Dies geschieht nicht nur durch eine spannende Geschichte, sondern besonders durch einen emotionalen Zugang zu den Figuren.

Darüber hinaus weist die Autorin einen wahnsinnig guten Schreibstil auf. Sie schafft es viele Informationen so zu verpacken, dass deren Inhalt gar nicht auffällt und man sofort weiß, um was es geht, ohne das Gefühl zu haben, man hätte jetzt viel erklärt bekommen. Immer wieder setzt sie dabei auf spannende Dialoge, die genau das ausdrücken, was der Leser lesen möchte und baut die Geschichte dabei sehr vielseitig auf - für mich am Anfang fasst zu vielseitig, denn dadurch verlor ich den eigentlichen Erzählstrang aus dem Auge. Gewöhnt man sich aber an diese Erzählweise und vertraut der Autorin, dass sie am Ende alles zusammenbringen wird (und das tut sie), dann genießt man die einzelnen Aspekte und bekommt eine spannende Erzählung geliefert, die zum Page-Turner wird - für dieses Genre ein wirklicher Pluspunkt und damit auch definitiv für Einsteiger geeignet.

Für mich gab es nur wenige Kritikpunkte, einzig das Ende war mir doch etwas zu unausgearbeitet. Die Autorin baut so viel Spannung auf, bringt Wendungen mit ein, die so nicht vorhersehbar sind, stellt wirklich komplexe Figurengeschichten dar, weist aber auch Konstellationen auf, die wirklich interessant zu lesen sind - und dann präsentiert sie ein Ende, welches den Leser wirklich unbefriedigt zurück lässt. Besonders der Epilog scheint hier wirklich misslungen - diesen hätte man nach meinem Empfinden entweder weglassen können oder zumindest ein vollwertiges Abschlusskapitel daraus machen sollen. Denn in seiner jetzigen Form ist er für mich mehr als ungenügend. Ja, ich kann damit leben, allerdings auch nur, weil ich die Geschichte so auslege, dass ich zufrieden bin. Andere sind eventuell nicht so positiv.

Buch-Cover: © Insel Verlag

Mein Fazit:
Großartig komplexe Figuren, ein wirklich toller Schreibstil und ein Aufbau, der für Einsteiger in das Genre und für Leser, die spannende Geschichten mögen, sein dürfte machen dieses Buch zu einem wirklich großartigen Roman! Allerdings sollte man sich, kommt das Buch für einen in Frage, darauf einstellen, dass das Ende nicht ganz so großartig ist, wie der Rest des Romans. Allerdings sollte man darüber wirklich hinwegsehen, denn dafür ist die Geschichte einfach zu gut, um ungelesen in den Regalen dieser Welt zu liegen. Wollt ihr also ins Genre einsteigen oder mögt die 50s, aufgrund ihrer zwei Seiten, nämlich zum einen die Konsequenzen des 2. Weltkriegs und zum anderen den vielfach gefeierten Glamour, dann solltet ihr zugreifen - ihr werdet es nicht bereuen. Von mir gibt es dafür 4 Sterne und somit eine Leseempfehlung (:

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