Buch-Rezension: "Der letzte erste Blick" von Biana Iosivoni

© Lyx Verlag
Titel: Der letzte erste Blick
Autorin: Bianca Iosivoni
Verlag: Lyx
Seiten: 436
Ausgabe: Taschenbuch
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 24. April 2017
Preis: 10,00 €
ISBN-10: 3736304129
ISBN-13: 978-3736304123
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Klappentext laut Amazon:
Endlich frei! Emery Lance kann es nicht erwarten, ihr Studium in West Virginia zu beginnen. Niemand kennt hier ihre Geschichte. Niemand weiß, was zu Hause geschehen ist. Dafür ist sie auch bereit, in Kauf zu nehmen, dass die Situation im Wohnheim alles andere als ideal ist. Nicht nur treibt ihr Mitbewohner sie regelmäßig in den Wahnsinn - sein bester Freund Dylan Westbrook bringt ihr Herz mit einem einzigen Blick zum Rasen ...


Meine Meinung:
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - ein herzliches Dankeschön dafür!

Ich bin ja Fan des New Adult-Genres. Ab und an brauche ich einfach diese manchmal sehr überromantisierten Geschichten, die vielleicht etwas vorhersehbar sind, dafür aber mit ganz viel Herz überzeugen und deren Charaktere sofort begeistern. Als ich dann auf "Der letzte erste Blick" aufmerksam geworden bin, war ich sofort interessiert, hörte es sich doch nach einem Roman des Genres an, was mich sofort für sich einnehmen könnte: USA, Universität, Bad Boy, Mitbewohner, Studentenpartys... manchmal brauche ich nicht mehr, um für ein Buch zu brennen. Und so fing ich mit der Story an und lernte Emery und Dylan kennen... und lieben? Diese Frage möchte ich heute beantworten.

In der Geschichte geht es, wie bereits angedeutet, um Emery, die neu an die Universität in West Virginia kommt, da sie eine grausame Schulzeit in ihrer Heimatstadt hatte und sich so weit wie möglich davon ein neues Zuhause aufbauen wollte. Doch leichter gesagt als getan: Als Emery ankommt, stellt sie fest, dass sie ihr Zimmer mit einem Kerl teilen muss. Ausgerechnet mit einem Kerl, der sie dann auch noch blöd von der Seite anmacht. Doch nicht mit Emery! Diese lässt sich nichts gefallen und ist somit schnell in allerlei Problemen verwickelt. Und dann kommt es auch noch ganz dicke: Ausgerechnet ihr Mitbewohner stellt ihr den gutaussehenden, sympathischen und wirklich frechen Dylan vor, der ihr Herz höher schlagen lässt... also nein, natürlich stimmt das nicht, schließlich hat sich Emery geschworen nie wieder einem netten Typen zu vertrauen. Doch kann sie sich gegen die Gefühle von Dylan wirklich währen?

Ich war von der Grundidee und dem Setting total angetan. Sobald eine New Adult-Geschichte an einem College stattfindet, bin ich ja eh immer Fan, einfach weil ich die Stimmung und Atmosphäre mag. Vielleicht auch, weil es mich immer selbst an meine Studienzeit erinnert, weil manche Dinge einfach wirklich tagtäglich in Unis stattfinden: Referatsbesprechungen, Mensaessen mit der Clique, Streitereien mit den Profs oder Geflirte mit Mitkommilitonen. Hinzu kommt dann auch noch, dass die Universitäten in diesen Romanen oft in den USA sind und mich mit diesem Punkt komplett einnehmen. Denn selbst war ich noch nie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, weshalb ich gerne einen Einblick erhalten möchte, wie es sich dort drüben so lebt. Und genau das bietet auch dieser Roman: Einzigartige Locations, alltägliche College-Situationen und ganz viel Individualität, die durch die einzelnen Studiengänge der Figuren herausgearbeitet wird. Ich habe mich während des Lesens rundum wohl gefühlt und empfand das Setting als einen der größten Pluspunkte des Romans.

Doch auch die Figuren wissen zu überzeugen: Emery ist nicht das hübsche, schüchterne Mädchen von nebenan, dass sich als Erstsemester nichts zutraut und die am liebsten einfach nur schnell Freunde finden möchte. Im Gegenteil: Sie möchte ihr eigenes Ding machen und scheut sich nicht davor, sich vor Anfeindungen oder sexistischen Kommentaren und Gerede zu währen. Genau das macht sie zu einer hervorragenden Protagonistin, denn sie tut oft genau das, was man als Leser von ihr erwartet. Gleichzeitig überrascht sie aber auch in passenden Momenten und zeigt so, dass sie eben doch ihren ganz eigenen Kopf hat. Eine solche Frauenrolle würde ich gern öfter präsentiert bekommen, denn sie zeigt, meiner Meinung nach, das Frauenbild unseres Jahrzehnts auf. Zumindest das, wie es sein sollte. Und auch die weiblichen Nebenfiguren gehen alle in diese Richtung: Elle, Tate und Grace sind alles unabhängige, starke und sehr eigene junge Frauen, die ihren Weg gehen und doch nie ihre Freundinnen vergessen.

Die Handlung konnte mich dann ebenso mitnehmen, allerdings gelang ihr das nur in einigen Aspekten: Die Grundstory, die sie erzählt, ist ganz hervorragend und hat auch eine sehr wichtige Message. Denn im Prinzip geht es um Mobbing, Cybermobbing und deren psychische Konsequenzen für das Individuum. Ein Thema, welches in den letzten Jahren vermehrt thematisiert wurde, jedoch immer noch nicht ganz ins Zentrum der Diskussion gerückt ist. Deshalb finde ich es umso wichtiger, dass es - in welcher Form auch immer - diskutiert wird. Und es mit Hilfe eines Romans zu thematisieren, dessen Genre besonders von sehr vielen jungen Lesern herangezogen wird, ist dann quasi das Nonplusultra. Dabei streift die Autorin das Thema auch nicht einfach nur, sondern dringt ziemlich tief in die Thematik und zeigt es aus unterschiedlichen Blickwinkeln (Täter, Opfer, Familienangehörige, Freunde, etc.). Deshalb konnte mich die Geschichte in diesem Punkt auch wirklich total mitnehmen. Etwas anders sah es dann bei den Nebenhandlungen aus: Die Streitereien zwischen Luke und Dylan fand ich jetzt nicht ganz so intensiv, wie sie wahrscheinlich hätten sein sollen und auch die Beziehung zwischen Luke und Elle hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen. Dylan's Hintergrundgeschichte fand ich dann wieder eine tolle Erweiterung für den Roman, allerdings hätte ich mir hier vielleicht doch etwas mehr Struktur gewünscht, in dem sich die Autorin eventuell auf zwei Aspekte seiner Persönlichkeit beschränkt und diese dafür intensiver vorgestellt hätte. So waren es für mich etwas zu viele Informationen.

Cover: © Lyx Verlag


Mein Fazit:
Insgesamt ist "Dein erster letzter Blick" in vielen Aspekten ein typischer Vertreter des New Adult-Bereichs: Storyline, Charaktere und Aufbau erinnern mich stark an andere Bücher, die ich bereits gelesen und geliebt habe, weshalb ich mich wirklich gänzlich wohl fühlte und das Gefühl hatte, Teil der Clique des West Virginia-College zu sein. In anderen Aspekten zeigt der Roman jedoch auch eine neue Seite des Genres: So gefiel mir die Thematisierung des Konsrukts Mobbing und Cybermobbing sehr gut, weil es nicht nur gestreift, sondern intensiv durchgeleuchtet wurde.

Einzige Kritikpunkte sind für mich zum einen die teilweise überladenen Nebenhandlungen, die reduzierter und ausgewählter hätten eingeführt müssen und die Länge des Romans - denn schlussendlich musste ich mich dann wirklich ein wenig durchquälen, denn das Ende war mir bereits 150 Seiten davor bekannt. Schade, denn hätte man das ein wenig abgekürzt, wäre ich wohl mit einem noch bessern Gefühl aus der Geschichte gegangen. Dennoch ist "Der letzte erste Blick" für mich ein schönes Buch, welches eine ganz eigene Atmosphäre aufweist und welches besonders Fans des Genres gefallen dürfte. Deshalb vergebe ich auch mit gutem Gewissen 4 Sterne.

P. S.: Übrigens geht es weiter mit der so genannten "Firsts-Reihe". Der nächste Band "Der letzte erste Kuss", in dem es um die Beziehung zwischen Luke und Elle gehen wird, erscheint am 26. Oktober 2017. Ob ich mir das Buch besorgen werde? Ehrlich gesagt weiß ich es noch nicht, kommt wohl auf meine Stimmung an :D

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Kommentare:

  1. Huhu! Dein Blog ist so wundervoll und ich schaue so gerne bei dir vorbei. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich immer vergesse, Kommentare da zu lassen. Dies hole ich in Zukunft nach ;-) Jetzt habe ich nämlich endlich wieder mehr Zeit zum Stöbern!

    Romantische Geschichten liegen mir nicht wirklich. Wenn solche Liebeleien in einer Story mit verwoben sind, finde ich es ok, aber nur Romantik packe ich einfach nicht :-) Ich brauch da immer ein bisschen mehr Krimi usw. mit dabei. lg Nadine von Nannis Welt

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    1. Liebe Nadine,
      Danke für deinen wundervollen Kommentar <3
      Ich muss auch in einer bestimmten Stimmung für Liebesgeschichten sein :D Hier war es aber wirklich spannend zu sehen, wie die Autorin die Thematik Mobbing rüberbringt.

      Liebe Grüße,

      Benni

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    2. Ja das stimmt Benni. Und ich bin auch ein Fan von bestimmten Thematiken, die in ein Buch mit aufgenommen werden, die auch realitätsnah sind.

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