Freitag, 9. Dezember 2016

Album-Rezension: "Long Live the Angels" von Emeli Sandé

Diese Frau ist ein Wunder an sich - denn mit ihrem Debütalbum "Our Version of Events" stellte sie nicht nur Rekorde auf, sondern überzeugte Kritiker und Musikfans weltweit. "Heaven", "Daddy" und besonders "Next to Me" und "Read All About It (Part III)" sind bekannte und sehr beliebte Songs, die stellenweise auch im Radio rauf und runter liefen. In Deutschland ist eigentlich nur "Read All About It" bekannt, die restliche Platte ging leider etwas unter. Doch hey, es war ja nur das erste Album und Emeli Sandé ist noch nicht fertig. Nachdem sie sich nun mehrere Jahre Zeit nahm, veröffentlichte sie am 11. November ihr nunmehr 2. Werk "Long Live the Angels" und überraschte viele Fans mit der sehr anderen Herangehensweise als noch auf ihrem Erstlingswerk. Ich liebe die Platte seit fast 3 Wochen wirklich sehr und möchte sie euch wärmstens ans Herz legen - warum verrate ich euch jetzt.


Ich persönlich verliebte mich in Emeli Sandé, weil sie gute, emotionale und gut komponierte Soul-RnB-Pop-Nummern präsentierte, die leicht ins Ohr gingen und eine gewisse Einzigartigkeit in sich trugen. Somit hörte ich mir das Debüt auch rauf und runter an und kann mittlerweile wirklich jeden Song mitsingen. Als dann die ersten Single "It Hurts" aus dem zweiten Album veröffentlicht wurde, war ich wieder Feuer und Flamme - kann mich Emeli wieder so umhauen? Als ich mir den Track das erste Mal anhörte, war ich sofort positiv gestimmt, auch wenn der Track so komplett anders ist als alle Songs auf "Our Version of Events". Etwas kantiger, aggressiver und ja, durchaus etwas mehr nach vorne. Doch genau das faszinierte mich so und führte dazu, dass auch diese Single auf meiner Playlist landete. Die Neugier war geweckt und ich war gespannt, ob man auch noch weitere neue Sounds zu hören kriegen wird. Als dann die Promo-Single "Garden" veröffentlicht wurde war klar: Emeli traut sich was und wird nicht nur aggressiver, sondern auch etwas moderner und elektronischer. Was mir total gefiel, denn "Garden" mausert sich tatsächlich zu einem meiner Favoriten, wenn nicht sogar zu DEM Favoriten der LP.



Doch auch abseits dieser beiden Songs gibt es eine Menge zu erleben: "Breathing Underwater" und "Every Single Little Peace" knüpfen vom Sound her an den Album-Vorgänger an, weshalb sie wahrscheinlich viele Fans haben werden. Für mich gehören sie ebenfalls zu meinen Favoriten, weil man hier einfach bemerkt, wo Emeli Sandé herkommt und wie sie die ihr vertrauten Sounds weiterentwickelt hat. Apropos "herkommen": Auf "Long Live the Angels" präsentiert Emeli Sandé ihren ethnischen Background etwas mehr, was man besonders in "Tenderly" hört, und thematisiert auch ihren Glauben vielmehr. Besonders deutlich ist dieser in "Selah" und "Architect" zu hören. Ersterer ist dabei ein kleines Gebet, welches ganz zuckersüß das Album eröffnet und in seinen Bann zieht. Emeli schafft es hiermit die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu erlangen und völlig auf sich zu vereinen. "Architect" dagegen besticht durch seine akustischen Klänge und dem Chor im Hintergrund. Der tiefsinnige Text ist wunderbar verfasst und geht deshalb, zumindest bei mir, total unter die Haut.

Wer auf akustisch steht sollte übrigens unbedingt "Give Me Something" anhören - es wird schnell deutlich, dass Emeli nicht viel mehr braucht als eine Gitarre und etwas Hall. Das sind die musikalischen Momente auf Alben, die mir Gänsehaut bereiten und mich so richtig für sich einnehmen. Vielleicht nicht ganz so eingängig und deshalb anfänglich etwas schwer verdaubar sind "Happen", "Shakes", "I'd Rather Not" und "Lonely". Anfänglich fragte ich mich, ob Emeli ihre besonderen Songwriter-Fähigkeiten hier etwas verloren hat, aber desto öfter ich mir das Album angehört habe, desto besser verstand ich die Geschichte und desto lieber mochte ich die Songs. Natürlich sind das keine Single-Kandidaten, aber sie passen in die Story des Albums und erzeugen eine Stringenz, die die Platte auch vom Vorgänger unterscheidet.



Ganz anders dagegen "Highs & Lows" und "Babe" - diese sind modern, spritzig und dennoch tiefsinnig und waren für mich der perfekte Abschluss eines großartigen Albums. Wenn man mich fragt, auf welche Songs ich als Singles hoffe, der wird von mir definitiv diese beiden Tracks zu hören bekommen, denn ich bin mir sicher, dass diese in den Charts wirklich was reißen können. Sie machen Spaß und zeigen eine erleichterte Sängerin, die sich etwas traut und musikalisch experimentiert.
Wer mehr davon möchte, der besorgt sich einfach die Deluxe Edition. Auf dieser warten drei zusätzliche Songs, die gut in das Konzept der LP passen und eine schöne Erweiterung der Standard Edition sind.

Warum sollte man sich also Emeli auch in Runde 2 eine Chance geben? Nun, "Long Live the Angels" zeigt eine Künstlerin, die weiß was sie kann und die trotzdem etwas wagt. Emeli Sandé hätte natürlich komplett bei ihrem Stilmix aus Pop, RnB und Soul bleiben können und wäre damit wahrscheinlich wieder so erfolgreich gewesen, aber ganz ehrlich: Wie langweilig ist es denn, wenn man immer nur die gleichen Produkte anbietet? Nein, nicht mit Emeli. Sie präsentiert lieber bekannte Sounds, die sie neu abmischt und holt sich gleichzeitig ganz neue Einflüsse auf die Platte, die sie sich so zu eigen macht, dass einem als Zuhörer gar nicht in den Sinn kommt, dass es jemals anders war. Euch erwartet also eine Reise quer durch die aktuelle Pop-Welt gepaart mit sehr persönlichen Seiten der Sängerin, die man hier anscheinend erst so richtig kennenlernt. Sprich: Auf "Our Version of Events" hat man eine tolle Stimme gehört. Auf "Long Live the Angels" hört man eine gefühlvolle, eindringliche und selbstbewusste Person, die sich all ihrer Seiten bewusst ist und diese offen zeigt. Das ist großes Kino und verdient ganz viel Respekt. Und deshalb gibt es dafür auch 5 von 5 Punkten und eine dringende Empfehlung meinerseits!


P. S.: Übrigens gibt es auf Mediamarkt und Saturn eine Special Edition. Auf dieser erhält man Zugang zu einer Online-Plattform mit Special-Content wie Interviews, Audios, Videos und der MP3-Version des Albums - ich habe sie mir besorgt und bin wirklich sehr angetan. Empfehlenswert! Es sind nur noch wenige verfügbar, deshalb beeilen, falls ihr es euch besorgen wollt für euch oder zum Verschenken (:
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Mittwoch, 7. Dezember 2016

Geschenktipps: Serien und Filme

Herzlich Willkommen zum zweiten Geschenktipp-Beitrag <3
Letzten Freitag habe ich euch einen musikalischen Geschenktipp in Form von "Glory Days" von Little Mix gegeben - für mich das beste Pop-Album des Jahres! Nun kann man natürlich nicht nur Musik verschenken, sondern auch Filme, Serien und DVDs. Deshalb möchte ich euch ein paar solcher Tipps vorstellen, die ich wirklich toll finde und nur wärmstens empfehlen kann! Los geht's also!


1. "Die Tribute von Panem - The Complete Collection"
© Studiocanal
Wer mich kennt weiß, dass ich großer The Hunger Games-Fan bin. Ich habe die komplette Trilogie quasi innerhalb einer Woche (auf Englisch) verschlungen. Dabei fand ich besonders die ersten beiden Teile großartig, wobei ich die komplette Entwicklung wirklich bemerkenswert finde. Nicht nur die Charaktere legen alle eine Schippe oben drauf, auch die Geschichte wird immer erwachsener, reifer und tiefsinniger und am Ende hat man einen wahren Erfahrungszuwachs gehabt. Die dazugehörigen Verfilmungen sind wirklich sehr gut gelungen, die Hauptgeschichte und alle wichtigen Zusätze werden berücksichtigt und die Besetzungen der Figuren könnten nicht besser sein. Ja, ich hätte mir das Ende des letzten Teils näher am Buch gewünscht, aber ich kann verstehen, warum man es leicht abgeändert hat. Nun gibt es alle vier Verfilmungen der drei Bestseller-Bücher in einer großen Box mit viel Zusatzmaterial. Ich glaube wirklich, dass die Filme für jedermann was sind und deshalb sind sie das perfekte Geschenk und ein wunderbarer Tipp!

2. "Die Edelsteintrilogie (Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün)"
© Concorde
Ich weiß, hier gibt es gespaltene Meinungen: Die, die die Bücher kennen und lieben finden die Verfilmungen ganz furchtbar, diejenigen unter uns, die die Bücher nicht gelesen haben, finden es meist recht gut (typisch Deutsch eben :D). Ich persönlich habe zwar den Schuber da (sogar den aller ersten überhaupt), allerdings habe ich, bevor ich mir diese besorgt habe, bereits den ersten Film gesehen. Und dann den zweiten und dann eben den dritten. Doch die Bücher legen immer noch ungelesen bei mir. Irgendwann, das habe ich mir versprochen, werde ich sie aber lesen, die Filme und Bücher sollen ja doch unterschiedlich sein. Wie dem auch sei, alle drei Filme zu den Büchern sind veröffentlicht und nun folgt die Veröffentlichung einer Sammel-DVD mit allen drei Filmen in einer Special-Edition-Box. Ich persönlich mag die Filme sehr gerne, sie haben diese typisch deutsche Produktion, gleichzeitig finde ich den Charme der Filme total super! Ja, die Bücher sind bestimmt besser, aber die Filme könnte man doch all jenen schenken, die Bücher jetzt nicht so abfeiern wie wir :D Ich bin mir sicher, dass man damit den ein oder anderen am Weihnachtsabend begeistern kann!

3. "Outlander - Die komplette 1. und 2. Staffel"
© Sony
Oh mein Gott, wie gut ist bitte diese Serie? Auch hier kenne ich die Bücher nicht (ich glaube nicht, dass mir diese gefallen würden), aber die Serie hat es mir einfach angetan! Die Hauptprotagonisten sind so sexy, die Geschichte so spannend erzählt und die Entwicklung von der ersten zur zweiten Staffel einfach so phänomenal, ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen. Die Produktion ist auf aller höchstem Niveau und mir gefällt besonders dieser Wechsel vom 20. zum 18. Jahrhundert TOTAL. Noch viel unglaublicher ist aber die Darstellung Frankreichs im 20. Jahrhundert in der zweiten Staffel. Die Kostüme, die Szenerie und die Liebe fürs Detail - ganz ehrlich, ich habe selten so für eine Serie geschwärmt, wenn überhaupt. Die erste Staffel gibt es dabei bereits zum kleinen Preis. Ja, die zweite Staffel ist etwas teurer, doch glaubt mir, wer sie noch nicht kennt, der wird es LIEBEN und nicht bereuen. Wenn man also einem Serienjunkie oder überhaupt irgendeinem Menschen eine Freude machen möchte, der sollte Outlander verschenken - es lohnt sich definitiv!


Und jetzt noch etwas ganz Besonderes für die Kleinen unter uns - oder den Müttern und Vätern, die für ihre kleinen noch einen passenden Film zur Weihnachtszeit suchen:

4. "Annabelle und die fliegenden Rentiere"
© atlas
Also, wenn mich jemand fragt, welchen Film ich mit Weihnachten und Kindheit verbinde, dann wird dieser hier definitiv in der Aufzählung vorkommen. "Annabelle und die fliegenden Rentiere" lief früher immer in Dauerschleife und immer wieder bei SuperRTL und gehörte für mich zum Standard-Programm über die Weihnachtsfeiertage bzw. in den Weihnachtsferien. Es geht um das kleine Kalb Annabelle, dessen sehnlichster Wunsch es ist ein Rentier zu werden. Diese sieht Annabelle an ihrem ersten Weihnachtsfest (welches auch ihr erster Geburtstag ist) und verliebt sich sofort in die elegante Gestalt der Tiere. Doch zunächst genießt sie ein ganz anderes Geschenk des Weihnachtsmanns: Alle Tiere dürfen nämlich am 25. Dezember sprechen - dies darf aber nicht von den Erwachsenen herausgefunden werden. Daneben lernen wir Billy kennen. Dieser wohnt auf dem Bauernhof, auf dem Annabelle geboren wird. Billy kann nach einem schweren Brand in der Scheune nicht mehr reden. Die beiden werden die besten Freunde und überstehen Höhen und Tiefen gemeinsam. Der Film hat eine tolle Aussage der Hoffnung, Freundschaft und Nächstenliebe und ist ganz liebevoll gezeichnet - ja, ich glaube zu erkennen, dass diese Geschichte noch wirklich gezeichnet wurde. Wer also nach einem wirklich emotionalen und schönen Kinderfilm sucht.... HERE YOU ARE!

5. "Die Geschichte vom Teddy, den niemand wollte"
© Movie Power
Nun zum nächsten Film, den ich wahrscheinlich gleich nach dem vorherigen nennen würde. "Die Geschichte vom Teddy, den niemand wollte" lief in meiner Kindheit ebenfalls bei SuperRTL und konnte mich vielleicht nicht ganz so berühren wie Annabelle, dennoch fand ich ihn sehr, sehr gut erzählt und kann mich noch erinnern, dass ich mir damals gedacht habe: "Das ist ja mal was ganz anderes", weshalb dieser Film mir auch so gut gefallen hat. Inhaltlich geht es um den kleinen Teddy, der in der Produktionshalle leider verrutscht, weshalb sein Lächeln von der Maschine verdreht aufgenäht wurde. Er wird aussortiert und gelangt über Umwege in einen Second Hand-Shop. Dort träumt er von einer netten Familie, die ihn aufnimmt und bei der er zuhause sein kann. Dabei lernt er viele andere Figuren kennen, die alle einen Makel haben und dennoch sympathisch sind. Der Film erzählt eine rührende, lehrreiche und lustige Geschichte, die am Ende sogar wirklich Tiefgang hat und an Bedeutung gewinnt. Wer Bescheidenheit mal thematisieren möchte, das aber in einem etwas anderen Gewand, der sollte unbedingt hier zugreifen!

Das war's - das waren meine Tipps rund um Serien und Filme. Es gäbe da natürlich tausend andere Dinge, die ich euch empfehlen könnte, aber das sind einfach die, die ich erwähnenswert fand. Ich würde mich über jedes einzelne Geschenk freuen (auch wenn ich alles irgendwie schon habe :D). Ich hoffe, ich inspiriere den ein oder anderen damit oder konnte ein wenig helfen.

Welche Filme und Serien würdet ihr empfehlen? Vielleicht kann ich ja auch eine Idee dieses Weihnachten verwerten (:

Schöne Adventszeit euch <3

Bis zum 11.12.2016 könnt ihr übrigens noch bei meinem Gewinnspiel mitmachen - zu gewinnen gibt es die Weihnachtsalben "Christmas, With Love" von Leona Lewis und "Wrapped in Red" von Kelly Clarkson als auch das Buch "Winterzauberküsse" von Sue Moorcroft.


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Dienstag, 6. Dezember 2016

ESC-Vorentscheid: Unser Song 2017 - Update Nr. 3

Herzlich Willkommen zum nunmehr dritten #Update!
Viel ist passiert seit dem 2. "Unser Song 2017"-Update im September: Insgesamt knapp über 2000 Bewerbungen sind dem NDR eingereicht worden, es wurde viel sortiert, herausgesucht, gemunkelt und getratscht - und nun ist es so weit: Gestern veröffentlichte die deutsche ESC-Seite die 33 Kandidaten, die sich am letzten Wochenende vor einer Fachjury mit drei bis vier Songs präsentierten und sich um einen der fünf Sänger-Plätze beim deutschen Vorentscheid 2017 bewerben. Diese fünf Sänger erarbeiten dann bis Februar 2017 jeweils zwei Songs, die sie in der Live-Show am 09. Februar präsentieren. Dabei stellen sie sich in der ersten Runde wohl mit einem Cover-Song vor, bevor es dann an die Songs geht. 

Die Bühne, auf der sich die Kandidaten der Fachjury präsentierten

Apropos Songs: Diese werden momentan von nationalen und internationalen Songwritern extra für den Eurovision Song Contest komponiert. In welche Richtungen die Songs gehen, hängt wohl auch von den Kandidaten ab, die es dann letztendlich werden, schließlich müssen diese ja zu den Songs passen und umgekehrt. Die Songs werden wir also wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt hören, die Kandidaten können wir dagegen jetzt schon begutachten - und das tun wir jetzt auch im ersten Kandidatencheck des Jahres. Natürlich gebe ich jetzt nicht meinen Senf zu allen 33 Kandidaten.... das wäre viel zu viel. Aber ich kann euch ja mitteilen, welche Kandidaten mir sympathisch sind aufgrund des ersten Betrachtens und des Anschauens der Videos. Los geht's also!

1. Der erste Blick
Die Verantwortlichen betonen ja immer wieder, dass man sehr wohl an einem Abend sofort feststellt, welcher Sänger dem Publikum sympathisch ist und man deshalb die Castingshow durchaus an einem Abend über die Bühne bringen kann. Dieser Sympathiefaktor soll dann eben bedient werden, weshalb man sich Mühe geben möchte, die Sänger ordentlich vorzustellen. Doch nicht nur im Fernsehen soll alles dafür getan werden, um die Kandidaten gebührend vorzustellen. Auch auf Facebook und der offiziellen deutschen Eurovision-Seite sollen die Kandidaten ordentlich präsentiert werden. Der erste Schritt dahin sind kurze Videos, die alle 33 Kandidaten beim Speed-Dating mit Bürger Lars Dietrich zeigen. Von jedem Kandidat wurden dabei Fotos gemacht, die man als erstes auf dem Kandidaten-Board sieht. Und bevor ich mir die Videos angesehen habe, habe ich mich für fünf Kandidaten entscheiden, die mich nur aufgrund des Fotos und aus irgendwelchen Gründen auch immer, interessieren. Denn darum geht es ja: Wir sollen einen sympathischen Sänger wählen. Und dazu gehört wohl als erstes, dass er sympathisch oder interessant aussieht. Bei welchen das zutrefft seht ihr hier:

1. Oben rechts: Alessandro Capasso
2. Oben links: Mary-Anne Bröllochs
3. Unten rechts: Marvin Schloßhauer
4. Mitte unten: Makeda Michalke
5. Unten rechts: Sihna Maagé
Am sympathischsten von allen finde ich wirklich Alessandro Capasso. Nettes Lächeln, freundliche Augen und ein entspannter Typ. Ein bisschen erinnert er mich von der Art an Roman Lob und das hat ja auch funktioniert. Ich bin gespannt, was er für Songs singt, tippen würde ich auf Pop-Songs aus den Charts bunt gemischt, jedoch eher Midtempo bis Ballade als Uptempo-Party. Am interessantesten finde ich dagegen Mary-Anne. Der Look ist schon so eigen und was total anderes, dass man einfach gespannt ist, was da so kommt. Ich könnte mir hier was sehr Rock-Poppiges vorstellen, aber auch eine tolle Ballade - oder natürlich einen mega Attitude-Song a lá Jessie J oder so :D
Richtig nett finde ich auch Marvin, ihn stelle ich mir mit Gitarre und sehr down-to-earth vor. Als letztes dann Makeda, bei der ich mir vorstellen könnten, dass sie etwas Pepp in die Sache bringt und Sihna als Mädel, die harmlos aussieht und dann so richtig raushaut. Wie schön wäre das denn bitte?

2. Der zweite Blick
Natürlich sind das alles sehr naive Gedanken, schließlich habe ich sie noch gar nicht gesehen, geschweige denn gehört. Deshalb bringt das ganze Raten nicht wirklich viel. Doch wir haben ja auch die Videos, in denen die Kandidaten über sich reden und auch ein wenig singen - da kann man sich dann ein etwas besseres Bild machen. Und wer mir nach Schauen der Videos besonders hängen geblieben ist, seht ihr jetzt:

1. Oben rechts: Jo Marie Dominiak
2. Oben links: Felicia Lu Kürbiß
3. Unten links: Sadi
4. Unten Mitte: Nathan Trent
5. Unten rechts: COOPA

Die Sängerin COOPA hat irgendwie die richtige Prise Verrücktheit und auch stimmlich erinnert sie mich an eine sehr, sehr gute Madeline Juno - das könnte doch was werden! Feilicia Lu wurde total blöd getroffen auf ihrem Foto, denn live ist sie wirklich TOTAl hübsch und stimmlich hatte ich einen Flashback zu Lena. Ob dies jetzt positiv oder negativ ist, weiß ich noch nicht, aber ich fand es gut. Und mein bisher absolutes Highlight ist Jo... sehr, sehr sympathisch, locker und total liebenswert. Außerdem hat sie eine sehr authentische Ausstrahlung mit ihrer Gitarre und der schönen Stimme. Mit dem richtigen Song könnte das sehr, sehr emotional werden. Achso, auch Sadi überzeugt mich besonders mit seiner souligen Stimme, aber irgendwie wirkt er auf mich etwas eingebildet... oder liegt's an mir? :D Übrigens hat er auf Facebook verkündet, dass er "gerade angerufen wurde" und schon Mal in den Top10 ist. Ob was dran ist an dieser Aussagen?
Ein richtig authentischer Kerl ist auch Nathan Trent. Anfangs fand ich ihn eher unspektakulär, doch als er dann seinen eigenen Song performt hat, hat man ihm den sofort abgenommen. Auch hier sehe ich Potenzial... aber das heißt ja nichts, schließlich muss er drei Minuten lang überzeugen :D

Ach, heute Morgen habe ich dann einen weiteren Kandidaten entdeckt, den ich sehr spannend finde:

Taylor Luc Jacobs
Taylor war im Interview mit Lars total locker und hat lustig auf dessen Fragen geantwortet. Danach spielte er begleitet von der Gitarre den Song "Don't You Worry Child" und ich war zum ersten Mal beeindruckt. Gestern Abend als ich mir die Kandidaten angeschaut habe, gab's jetzt keinen Moment, in dem ich mir dachte: "OHHHH, das könnte richtig, richtig gut werden". Heute Morgen hat eine ähnliche Reaktion Taylor bei mir ausegelöst. Dementsprechend hoffe ich wirklich, dass er unter den fünf Finalisten ist.

Bedenken bereiten mir einige Kandidaten, bei denen ich leider eher nicht glaube, dass sie beim ESC funktionieren. Elvira beispielsweise ist SUPER, ihre Rap-Fähigkeiten beeindrucken mich sogar. Aber beim ESC rappen? Hat nie funktioniert und wird es auch nie, andererseits könnte ich es mir gut vorstellen wenn es nur ein Vers im Mittelteil des Songs ist und der Rest gesungen wird. Abwarten also. Auch Axel ist mir nicht unbedingt sympathisch und kommt mir viel zu unspektakulär für die Show rüber... aber hey, vielleicht überrascht er mich ja :D Oh, und mein anfänglicher Sympathisant Marvin gefiel mir als Typ ganz gut, aber musikalisch möchte ich das gar nicht beim ESC hören. Dieses Rock-Ding-Geschreie.... nicht so meins. Andererseits: Wenn er so eine Pop-Rock-Nummer draus macht, könnte es nicht ganz so verkehrt werden.
1. Links: Axel Feige
2. Rechts oben: Elvira Michieva
3. Rechts unten: Marvin Schloßhauer

3. Mein Fazit
Insgesamt wird wirklich ein breites Spektrum geboten, allerdings ärgert mich es etwas, dass man noch keine richtige Performance hochgeladen hat - denn auf die Stimme kommt es nun mal mit am meisten an. Ich hätte es toll gefunden, wenn jeder Kandidat einen Steckbrief (inklusive dieser Speed-Dating-Videos) auf einer eigenen Seite erhalten hätte und man z. B. die Jury-Convention live auf eurovision.de übertragen hätte oder zumindest die einzelnen Performances auf den Kandidatenpages hochgeladen hätte. So hätte man einen Überblick erhalten und gleichzeitig die Kandidaten ausreichend vorgestellt. Das fällt jetzt etwas, die Videos sind schon mal ein kleiner Vorgeschmack, aber so richtig bewerten kann man sie nicht - besonders nicht wenn die Kandidaten in einem knapp fünf Minuten-Video circa 30 Sekunden singen. Lustig ist auch: Fast alle kommenmit Gitarre und performen akustisch. Ich weiß nicht wie ich das finden soll. Klar, wenn man einen Sänger im Finale hätte, der akustische mit Gitarre performt, ist das super, aber wenn das alle fünf machen, ist es ja die gleiche Schiene. Ich hoffe, man beachtet auch die Unterschiedlichkeit und bemüht sich, verschiedene Facetten in der Show zu zeigen.


Was haben wir nun also gestern erhalten? Nun, wir haben Sängerinnen und Sänger kennengelernt, die alle nicht verkehrt sind und natürlich singen können. Doch leider haben wir keinen Einblick in ihre Potenziale erhalten. Ich hoffe, dass sich die Jury bald entscheiden wird und die fünf Finalisten dann genau vorstellt - mit Steckbriefen, Performance-Videos und Interviews. Gleichzeitig erhoffe ich mir, dass man uns Fans dann wirklich einbindet und beispielsweise jeder der Finalisten Vlogs hochlädt und die Zuschauer beim Erarbeiten der Songs mitnimmt. Dabei muss man die Songs ja gar nicht einspielen, es genügt schon zu zeigen, was man gerade erarbeitet, so hat man das Gefühl am Entstehungsprozess beteiligt zu sein. Und mir würde es einfach gefallen, wenn man etwas mehr Spannung aufbaut. Hier mal ein Trailer, da mal eine Live-Schalte über Facebook, dort mal ein Video zu den Songs. Woanders mal ein Plakat oder ein Bühnenbild, usw. ... Es kann doch nicht so schwer sein, aus der Suche nach dem richtigen Song was zu machen?

Nun gut, trotzdem gibt es ja auch positive Veränderungen: Mir gefällt, dass man sich wirklich bemüht, nach Sympathisanten zu schauen, die aber auch eine Einzigartigkeit haben und ganz sie selbst sein können. Das erinnert an 2010 und 2012 und ist sehr sympathisch. Außerdem finde ich es gut, dass man erst dann an die Songs richtig geht, denn mit den Sängerinnen und Sängern kann man dann an diesen arbeiten. Hoffentlich nutzt man hier die noch bleibende Zeit von fast drei Monaten und macht wirklich was draus. Arrangiert, komponiert und und und. Schön wären auch Akustik-Performances oder Einblicke in die Gestaltung der Bühne und des Settings, wenn Songs bereits feststehen. Es gibt Potenziale, sie sind da, müssen aber eben genutzt werden. Lieber NDR, lieber Herr Schreiber - tun Sie das!

Wir dürfen gespannt sein, was in den nächsten Tagen folgen wird und wohin die Reise geht - noch ist alles offen. Solange wir noch keine Songs haben, können wir auch nicht über Chancen oder Risiken reden. Die Daumen sind gedrückt!



+++ ESC UPDATE +++ ESC UPDATE +++ ESC UPDATE +++

Natürlich tut sich auch schon was in den anderen Ländern: In Schweden gab man beispielsweise die Teilnehmerliste des Melodifestivalen bekannt und es gibt eine Menge bekannter Gesichter, wenn man den schwedischen Vorentscheid nicht zum ersten Mal schaut. Doch auch die "bloßen" Eurovision-Fans werden Augen machen: Die Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2012, Loreen, tritt nämlich ebenfalls beim Vorentscheid an und möchte auch 2017 Schweden in Kiew repräsentieren. Wäre das nicht DIE Sensation schlechthin? Andererseits hat man seit "Euphoria" auch nicht mehr wirklich was von ihr gehört. Könnte es der Versuch sein, die Karriere wieder anzukurbeln? Lassen wir uns überraschen. Andere bekannte Namen sind Ace Wilder, Boris René, Charlotte Perrelli (Gewinnerin des ESCs von 1999), Mariette, Robin Bengtsson, Krista Siegfrids (Teilnehmerin für Finnland 2013) und Wiktoria. Auffällig ist auch, dass viele Sängerinnen und Sänger bereits im letzten Jahr teilnahmen und nun gleich noch einmal ihr Glück probieren - ob es bei zweiten Mal für sie klappt?

Die Niederlande dagegen setzt auf eine interne Wahl und hat die Girlband O'G3NE nominiert. Musikalisch ganz nett, aber eben kein Highlight gewannen die Mädels tatsächlich The Voice of Holland und sind bis heute das einzige Trio, dem dies gelang. Mal gucken, was da für ein Song kommt, prinzipiell bin ich ja für Bands immer offen. Auch in Belgien, Azerbaijan und Montenegro sind Entscheidungen gefallen, alle entschieden sich dabei für junge Frauen, die sich wohl erst noch beweisen müssten. Die übrige ESC-Gemeinde sehnt übrigens den 23. Dezember herbei, an diesem Tag wird der nationale Vorentscheid in Albanien ausgestrahlt, welcher schon seit Jahren als Startschuss für die neue ESC-Saison gilt. 


Seid ihr auch schon so aufgeregt wie ich? Ich freue mich total auf die neue Saison und bin sehr gespannt auf alle kommenden Vorentscheide. In dieser Saison verfolge ich natürlich wieder den deutschen Vorentscheid, aber auch den schwedischen, englischen und spanischen Auswahlverfahren werde ich mir anschauen. Außerdem interessiert mich Österreich total, eigentlich empfand ich ihr nationales Finale letztes Jahr als äußert vielversprechend und war mir fast sicher, dass sie es dieses Jahr wiederholen werden... Pustekuchen, der ORF wählt intern. Da bin ich ja mal gespannt, das letzte Mal führte das ja zum Sieg Österreichs mit "Rise Like a Phoenix" von Conchita. Ob sie wieder einen solchen Glückgriff machen werden?

Was sagt ihr zu den Kandidaten für "Unser Song 2017"? Top oder Flop? Alles dabei oder? Und auf welche Vorentscheide freut ihr euch am meisten? Lasst es mich wissen (:

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