Freitag, 24. Februar 2017

#LIVE-Leseeindruck: "Die Gerechte" von Peter Swanson

Herzlich Willkommen zu diesem #LIVE-Leseeindruck!
Ich habe total Lust einen Beitrag in dieser Art zu verfassen, schließlich machen diese mir mit am meisten Spaß. Diesmal habe ich mich für "Die Gerechte" von Peter Swanson entschieden, denn ich bin total im Thriller-Rausch in letzter Zeit und möchte gaaaaanz viel in diesem Bereich lesen. Dabei habe ich das Buch im Bloggerportal entdeckt und war vom Klappentext sofort begeistert. Deshalb: Einen herzlichen Dank an den Blanvalet-Verlag für die Zusendung des Thrillers - ihr werdet es nicht bereuen (:

© blanvalet Verlag



Das Buch wurde von Peter Swanson geschrieben, der bereits zwei Bücher in diesem Genre veröffentlicht hat: "Her Every Fear" und "The Girl With a Clock For a Heart", die beide mysteriöse Geschichten erzählen, die sich irgendwo zwischen Psycho und Thriller bewegen und schon im Klappentext fesseln. Dabei wurde letzteres auch in Deutschland unter dem Namen "Die Unbekannte" veröffentlicht, welches ihr HIER finden könnt.

Für alle, die jetzt wissen wollen, um was es in "Die Gerechte" geht - hier der Klappentext zum Buch laut Amazon:

Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als eine attraktive Frau sich neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?

Also, wer bitte ist nicht auf den Zehenspitzen wenn er das liest? Falls das bei euch tatsächlich der Fall sein sollte: WAS IST LOS MIT EUCH? Die Geschichte hat so viel Stoff, dass ich einfach nur gespannt bin, wie man damit umgeht und ob es der Autor schafft, diese entstandene Spannung beim Leser zu halten und interessante Wendungen herauszuarbeiten. Falls er dies tut, dann haben wir hier ein Meisterwerk, welches nicht umsonst Spiegel Bestseller war. Wer hat also Lust, dieses Buch mit mir zu lesen? Meine ersten Eindrücke erfahrt ihr nach Lesen der ersten Seiten!

Cover: © blanvalet Verlag
Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlung der ersten Seiten kurz wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate (:

Etappe 1: S. 9 bis 51
Ich lese jetzt bereits alles "so weg", wie ich es immer nenne, wenn ich gar nicht aufhören kann zu lesen. Die Geschichte schließt im Prinzip direkt an den Klappentext an: Ted Severson lernt an der Flughafenbar in London Heathrow die rothaarige und sehr attraktive Lilly kennen. Die beiden flirten scheinbar miteinander, allerdings unterhalten sie sich dabei um ein brisantes Thema: Wie Ted am unauffälligsten seine Frau umbringen könnte, die ihn mit dem Bauleiter seines Ferienhauses betrogen hat. Brisante Geschichte und man hängt wirklich an den Lippen der Erzähler. Die Geschichte wechselt immer zwischen zwei Perspektiven: Zum einen wird aus Ted's Perspektive die Unterhaltung am Flughafen und später im Flugzeug beschrieben, zum anderen erfahren wir Stücke aus Lilly's Vergangenheit aus der Sicht der damals 12-jährigen. Und glaubt mir: Die hat es in sich und ist nicht weniger spannend wie die gegenwärtige Situation rund um Ted.

Ich kann gar nicht sagen, dass mir die Figuren sympathisch sind, schließlich planen sie quasi einen Mord, da können einem die Personen gar nicht sympathisch rüberkommen. Aber es ist spannend, ihre Argumentationsstränge zu lesen und sich ständig mit der Moral der Personen zu beschäftigen. Denn ganz ehrlich: Ich kann sie ganz und gar nicht verstehen und bin jetzt schon teilweise sauer auf das, was noch so kommen mag. An dieser Stelle aber ein Kompliment an den Autoren: So gekonnt das Thema zu behandeln und sich Hauptfiguren auszusuchen, die so gänzlich an den Werten der Leserschaft vorbei gehen, ist wirklich mutig! Deshalb bin ich gespannt, welche Dinge er sich noch hat einfallen lassen, um uns Leser zu schockieren - und freue mich jetzt schon auf meine Reaktionen dazu!

Etappe 2: S. 52 bis 102
Okay, die Story nimmt Fahrt auf und bewegt sich schneller voran, als ich gedacht hätte. Ich gehe natürlich nicht auf den Inhalt ein, aber so viel kann man wohl verraten: Die Geschichte geht weiter als über den bloßen Flug hinweg. Für viele mag das jetzt logisch sein, aber ich dachte, es geht noch viel mehr darum, wie sich die beiden Hauptfiguren über den möglichen Mord von Ted's Frau unterhalten. Dies war jetzt aber gar nicht so sehr im Zentrum, was aber im Nachhinein gut ist, schließlich kennen wir die Ausgangssituation vom Klappentext und erfahren so viel schneller, wie die Geschichte sich weiter entwickelt. Dadurch entsteht keine Langeweile, im Gegenteil: Ich hänge an den Lippen des jeweiligen Erzählers. Wortwörtlich.

Normalerweise berichte ich ja in der zweiten Etappe meiner #LIVE-Leseeindrücke immer, wie sich die Figuren entwickeln und wie sehr man sich mit diesen identifiziert oder auch nicht. Aber bei dieser Thematik, scheint mir das falsch. Ich sympathisiere nämlich überhaupt nicht mit den beiden Protagonisten. Ganz und gar nicht, um ehrlich zu sein. Trotzdem bin ich natürlich fasziniert und möchte wissen, in welche Richtung das alles noch geht. Ted scheint mir nämlich psychisch sehr labil zu sein, denn ganz ehrlich: Man kommt doch nicht automatisch auf die Idee, seine Frau zu ermorden, nur weil diese einen betrogen hat? Ja, man ist verletzt, das glaube ich schon, aber gleich so radikal zu reagieren erscheint mir dann doch sehr realitätsfern. Aber genau das ist wohl der spannende Aspekt des Buches: Man kann nicht aufhören weiterzulesen. Wie bei einem Unfall. Wisst ihr, was ich meine?

Etappe 3: S. 103 bis 202
Oh mein Gott, was ist das bitte für eine Wendung in dieser Geschichte? Leider, leider, leider darf ich ja nichts verraten, aber glaubt mir eins: Es lohnt sich! Bis jetzt kann ich den Thriller nur empfehlen und ihn als Mustread bezeichnen. Bis jetzt. Die Geschichte entwickelt sich, zeigt neue Seiten von sich und explodiert schließlich völlig - und zwar völlig unerwartet. Respekt, dass man sich das als Autor traut. Ich freue mich gerade SO, dass ich mich für das Buch entscheiden habe, denn es liefert mir mal wieder ein Highlight der letzten Wochen - so muss es sein.

Der Aufbau des Buches ist übrigens immer noch gleich: Mal erfährt man was über die Gegenwart, also die Geschichte rund um Ted und seine Frau, mal tauchen wir in die Kindheit/Jugend/Studienzeit von Lilly ein. Dabei endet natürlich jedes Kapitel mit einem, mal mehr mal weniger ärgerlichen und spannenden, Cliffhanger. Man kann einfach nicht anders, als das Buch durchzulesen. 10, 20, 50, 100 Seiten verfliegen innerhalb von wenigen Sekunden, zumindest scheint es so. Das mag auch daran liegen, dass die Schrift relativ groß ist und der Abstand zum Rand ebenfalls ziemlich spendabel gezogen wurde :D Mir gefällt das ja, es gibt nichts Schlimmeres als eine kleine Schrift, keinen Abstand zwischen den Zeilen und einen von links oben bis rechts unten durchgezogenen Text, zumindest geht es mir so. Ich merke auch, dass ich immer sensibler auf eine Buchlänge reagiere. Bei manchen Geschichten fällt mir wirklich auf, dass sie einfach viel zu lang sind. Da erscheinen einem 500 Seiten wie 1000. Mittlerweile lese ich eigentlich 300 Seiten-Geschichten fast lieber. Denn da ist alles auf den Punkt gebracht (meistens) und es gibt keine Puffer innerhalb der Geschichte. Dieses hier hat ja etwas über 400 Seiten - und ich bin bereits bei der Hälfte. ABER: Ich habe das Gefühl, dass ich erst 100 Seiten gelesen habe, denn es ist wirklich gut geschrieben. Und dann genießt man auch das Lesen total.

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#LIVE-Album-Rezension: "Human" von Rag'n'Bone Man

Der Bär mit der großen Gänsehaut-Stimme - wenn diese Beschreibung nicht wie die Faust aufs Auge zum Rag'n'Bone Man passt, dann weiß ich ja auch nicht. Der UK-Newcomer begeisterte ganz Europa, wenn nicht gar die Welt, mit seinem Track "Human", der bei uns der erfolgreichste Vodafone-Werbesong war, den es jemals gab. Sage und schreibe 10 Wochen hielt sich die Nummer auf Platz 1 der deutschen Single-Charts und ist auch jetzt noch nicht aus dem Radio wegzudenken. Doch der R'n'B Man legt nach: Seine neue Single "Skin" dominiert auch jetzt noch die Download-Charts weltweit und könnte es heute sogar in die deutschen Top10 der Single-Charts schaffen. Des Weiteren wurde der Sänger Ende 2016 mit dem BRITs 2017 Critics Choice Award ausgezeichnet und gewann vor zwei Tagen den Breakthrough Act 2017 bei der gleichen Zeremonie. Der Erfolgt reißt aber nicht ab: Sein Debüt-Album ist in seinem Heimatland UK das am meisten gekaufte Debüt aller Zeiten - kein Witz! All das sind genug Gründe mal reinzuhören und sich ein Bild darüber zu machen, ob der Rag'n'Bone Man, im echten Leben übrigens bekannt als Rory Graham, auch auf Album-Länge überzeugt!

© Columbia Records/Sony Music
Los geht's also mit der #LIVE-Rezension! "Human" kann auf jedem gängigen Streaming-Dienst angehört werden, vielleicht habt ihr ja aber auch die CD zur Hand (:

HIER geht's zum Album auf #Spotify!

01. "Human"
Wie schon mal im aktuellen Single-#Update gesagt, fand ich "Human" am Anfang einfach total nervig: Jeder hörte es, überall wurde es gespielt und nicht mal in der Werbepause am gemütlichen Abend hatte man seine Ruhe von dem Track, denn da lief er innerhalb der Vodafone-Werbung rauf und runter. Doch nach einiger Zeit, wo der Hype bereits etwas abklang, hörte ich mir den Song dann doch mal richtig an und hatte wirklich Gänsehaut am ganzen Körper. Diese Stimme, dieser Soul und die ganze Instrumentalisierung ist einfach megamäßig! Anders kann ich es nicht ausdrücken. Sehr gewagt, dass man hier mit dem Titeltrack einsteigt, schließlich steigert das die Erwartungshaltung beim Zuhörer. Der nächste Track darf jetzt nicht groß schlechter sein als dieser - und das ist schwierig, da "Human" wirklich ein, zwar musikalisch simples, aber überzeugendes Meisterwerk ist!


02. "Innocent Man"
Cool geht es weiter: Die Instrumentalisierung wird hier etwas lockerer und der insgesamte musikalische Eindruck ist doch etwas leichtherziger als noch bei "Human". Das hier ist eine gute Laune-Radio-Nummer, allerdings mit einem gar nicht so gute Laune-Text :D Das Lied kann ich mir sehr gut als Single für den Frühling vorstellen. Die Story dahinter ist immer noch so emotional wie auf dem Vorgänger, aber musikalisch ist das hier einfach leichtfüssiger. Sehr, sehr gut und jetzt schon eines meiner Lieblingsstücke des Werks.

03. "Skin"
Und jetzt meine Liebe der letzten Tage *.* "Skin" ist einfach Gänsehaut-Erlebnis pur! Die Strophen sind total ruhig gestaltet, nur um dann im Refrain so richtig zu explodieren. Das hier ist eine Hymne, wie sie im Buche steht. Es ist einfach erfrischend, mal wirklich handgemachte Musik zu hören. Man merkt einfach, dass hier mit echten Instrumenten gearbeitet wurde und der Sänger, Musiker durch und durch ist. Ich liebe ja auch genau das Gegenteil: Dance-Musik steht fast an der Tagesordnung, zumindest wenn ich Musik höre, aber ich genieße es doch jedesmal wieder, wenn ich wirkliche Musiker-Alben höre. "Human" ist bis jetzt ein solches Album. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, wie die Fans bei dieser Nummer an den Konzerten mit voller Inbrunst mitsingen. Toll, toll, toll!


04. "Bitter End"
Etwas düsterer geht es weiter, schwere Beats im Hintergrund der Chor untermalt diese Stimmung mit ihren Einsätzen, gleichzeitig experimentiert der Rag'n'Bone Man mit den hohen Tönen, die er auch sehr gut beherrscht. "Bitter End" ist jetzt nicht ganz so stark wie seine Vorgänger, aber passt sehr gut zu diesen dazu. Hier konzentriert man sich größtenteils auf die unglaubliche Stimme des Sängers, was einem dann wieder total gefällt. Schöner Album-Song, der reingeht und meinen Erwartungen Stand hält.

05. "Be the Man"
Uhhhh, es geht wieder cool und etwas fröhlicher weiter. Wieder höre ich da einen Radio-Hit raus. Diese Natürlichkeit und Ungezwungenheit habe ich schon lange nicht mehr gehört. Oft hat man ja das Gefühl, dass viele Radio-Nummern einfach total gepusht wurden und sie explizit dafür geschrieben sind. Beim Rag'n'Bone Man habe ich diesen Eindruck nicht. Der macht einfach, was ihm gefällt: Die Musik, die wir gerade hören. Und das ist wirklich selten. Das letzte Mal, dass ich einen solchen Moment hatte - und was jetzt folgt, ist wirklich total anders, aber auf die gleiche Art erfrischend - war bei Lena 2010. Da hat man auch gemerkt, dass da einfach ein Mädel steht, was Bock auf Musik hat. Und genau diese Ungezwungenheit merkt man hier auch. Großartig!


06. "Love You Any Less"
Die erste Ballade der LP setzt ein. Sie fängt nur mit Klavier und der Stimme an, wobei das Klavier wirklich immer die selben Töne spielt. Recht viel mehr wird es bis zum Refrain nicht, einzig ein paar Streicher setzen im Refrain ein, was die angespannte Stimmung zum Ausdruck bringt und umso mehr beeindruckt. Ich höre einfach zu und genieße. Bitte als Single im Herbst raus bringen - wahrscheinlich haben wir bis dahin die Platin-Version des Albums zu hören bekommen :D Diesen Erfolg traue ich dem Newcomer nämlich zu.

07. "Odetta"
Diesen Song habe ich tatsächlich vor der Album-Veröffentlichung gehört und fand ihn ganz okay, aber jetzt nicht allzu stark. Ich merke aber schon nach den ersten Sekunden, dass mir das auf dem Album völlig anders vorkommt: Hier merkt man, wie wichtig es ist, die Songs eingebettet in die Album-Geschichte zu hören. "Odetta" ist zwar immer noch kein Single-Material, aber er macht Sinn auf der LP - weil er musikalisch einfach dazu passt. Außerdem gefällt mir hier der Gesang - besonders im Refrain - wirklich sehr, denn man hört das Kernige und Einzigartige des Sängers wirklich gut heraus. Gänsehaut vorprogrammiert, auch wenn es nicht der stärkste Song der Platte ist.


08. "Grace"
Auch diesen Song kenne ich bereits schon! Hier vereint der Sänger seine emotionale Art, Geschichte zu erzählen mit der Gänsehaut-Stimme und einer coolen Instrumentalisierung. Damit gehört "Grace" zu meinen Lieblingen der Platte, weil sie sie (bis jetzt) wirklich gut zusammenfasst. Sehr, sehr schöner Track, den ich mir definitiv öfter anhören werde (:


09. "Ego"
Musikalisch bleibt es bei dem authentischen Sound, allerdings habe ich jetzt das Gefühl, der Sänger würde mit Bigband performen. Toll, dass man den Sound wirklich beibehält und verschiedene Facetten zeigt. Das ist natürlich immer etwas gefährlich, schließlich kann es auch schnell langweilig werden. Anders hier: Ich fühle mich sehr gut unterhalten und möchte einfach alles sofort hören :D Oh wie toll! Jetzt rappt er auch noch. Ich habe ja bereits mitbekommen, dass der Sänger eigentlich als Rapper durchstarten wollte, dann aber im Studio seine Stimme entdeckt hat. Wie großartig das ist! ich liebe ja Rap-Parts, v. a. wenn sie von den Sängern selbst stammen. Aus "Ego", der Nummer mit Big Band-Feeling wird für mich jetzt "Ego", einer meiner Favoriten, einzig und allein wegen des zusätzlichen Rap-Parts. Ich bin langsam sprachlos.

10. "Arrow"
Interessanter Aufbau: Zu Beginn alles geben, dann alles wegschalten und langsam alles wieder einbauen. Schön, wie auch hier wieder mit dem Zuhörer gespielt wird. Besonders gut gefällt mir allerdings der Rhythmus im Hintergrund, denn dieser treibt den Song voran und verleiht ihm seine Eingängigkeit.

11. "As You Are"
Ein knackendes Radio im Hintergrund und harmonische Klavierbegleitung zu Anfang - das gefällt mir schon mal sehr gut, ist das Klavier doch mein Lieblingsinstrument. Insgesamt wird jetzt alles nicht mehr ganz so überraschend, schließlich kennt man jetzt den Sängern nach zehn Stücken schon ziemlich gut, trotzdem geht man aber mit und genießt einfach die Songs. Es ist jetzt nicht so, dass die beiden letzten Stücke jetzt total Single-Charakter haben, aber auf's Album passen sie einfach extrem gut und tragen zu einem vollständigen Bild bei. So soll doch ein gute Album sein, oder? Single-Material gepaart mit Songs, die eben nicht nur Füller sind, sondern auch für sich überzeugen und zur Grundgeschichte passen. Und das tun die Songs auf "Human" definitiv!



12. "Die Easy"
Für den Abschluss der Standard-Edition hat man sich was ganz Besonderes ausgedacht: Sehr soulig singt hier der Rag'n'Bone Man sein Klagelied und zwar völlig unbegleitet von irgendwelchen Instrumenten, a cappella. So klingt Soul, so klingt Blues. Gänsehaut pur! Und wenn man die Lyrics versteht, geht es noch mehr unter die Haut. Einen solchen A cappella-Song kann auch nicht jeder Sänger machen - aber dieser hier umso mehr! Grandioser Abschluss einer grandiosen Platte für all diejenigen, die die Standard-Version haben - für alle anderen geht es weiter!

Deluxe Edition Bonus Tracks:
Zur LP gibt es natürlich auch eine Deluxe Edition, wie sollte es anders sein? Schließlich macht man das ja heutzutage so. Ich finde das ja wirklich blöd, denn manche Deluxe Editions sind wirklich lächerlich (siehe die zu "Unapologetic", Rihanna's 7. Studioalbum). Ob sich diese allerdings lohnt und was sie genau zu bieten hat, erfahren wir jetzt:

13. "The Fire"
Die Deluxe-Edition schließt anscheinend dort an, wo die Standard-Edition vor dem letzten Track aufgehört hat: Harte Beats, etwas Soul und ganz viel Gefühl. "The Fire" könnte aber sowas von auch auf der Standard-Version vertreten sein. Mir gefällt der Track sehr gut, v. a. wahrscheinlich deshalb, weil er Ähnlichkeit zum Titeltrack "Human" aufweist, weshalb man ihn wahrscheinlich auch "nur" auf die Deluxe-Variante gepackt hat. Ahhh, er rappt wieder! Definitiv Standard Edition-würdig, sage ich euch :D

14. "Fade to Nothing"
Etwas 50s-Sound und zwar mehr noch als auf dem Album, da ist mir der Gedanke gar nicht gekommen, wobei es im Nachhinein wohl doch Sinn macht. In "Fade to Nothing" kommt das aber noch deutlicher heraus, weshalb ich wahrscheinlich erst jetzt darauf komme. Vielleicht der erste Song, der mir als Album-Füller in den Sinn kommt, was nicht heißt, dass er schlecht wäre. Trotzdem reißt er mich jetzt nicht ganz so sehr mit wie die anderen Stücke bis jetzt. Aber hey: Album-Füller ist es ja schon mal nicht, schließlich sind wir gerade auf der Deluxe Edition. Und diese ist für wahre Fans immer der richtige Griff, ob es sich für Nicht-Fans auch lohnt, muss sich noch herausstellen.

15. "Life in Her Yet"
Hier höre ich tatsächlich größtenteils zu, denn es geht um ein Mädchen, welches sich durch's Leben kämpft und wohl kurz vorm Aufgeben ist, die aber realisieren muss, dass noch Leben in ihr steckt und es sich deshalb lohnt, weiterzumachen. Ich kann den Song nicht beschreiben, dafür müsste ich ihn mir noch einmal anhören. Aber es lohnt sich auf alle Fälle reinzuhören und v. a. genau zuzuhören.

16. "Your Way or the Rope"
Auch hier kommt der 50s-Vibe durch, allerdings gefällt mir das besser als bei "Fade to Nothing", woran das liegt, kann ich gar nicht genau sagen. Wahrscheinlich ist es der treibende Rhythmus der dazu kommt und es für mich interessanter macht. Hinzu kommt die Stimme des Sängers, die noch einmal alles gibt bei diesem eher schnelleren Song. Schön anzuhören, diese andere Seite des Rag'n'Bone Man.

17. "Lay My Body Down"
Es wird wieder schwermütiger und musikalisch sehr viel elektronischer. Eine schöne Richtung, die hier gegen Schluss noch einmal gezeigt wird und sich doch sehr deutlich vom Rest unterscheidet. Doch ich liebe es ja, wenn man gegen Ende dann doch noch eine andere Seite zeigt. Denn das führt dazu, dass man die Variation des Künstlers erkennt. Und die ist bei dem Sänger wirklich groß. Mit "The Fire" dürfte das mein Lieblingssong der Deluxe Edition sein. Denn ab und an ein bisschen Elektro ist wohl gestattet, oder?

18. "Wolves"
Schnell geht es weiter: Die Musik im Hintergrund suggeriert wirklich, dass man von den Wölfen verfolgt wird. Sehr cool umgesetzt und ich meine sehr minimalistische Produktion rauszuhören: Die ganzen Rhythmen sind doch nicht mit den klassischen Instrumenten eingespielt worden, oder? Diesen Song würde ich wirklich gerne live sehen, denn er ist sehr, sehr cool und zeigt auch einige Stimmfarben des Sängers, setzt diese regelrecht in Szene und betont mal die hohen Parts, mal die wirklich tiefen.

19. "Healed"
Jetzt ist es fast schon wieder zu Ende - leider! Denn ich genieße es bis jetzt wirklich sehr. "Healed" kommt jetzt als Mischung der bereits gehörten Sounds daher: Rock, Soul, Rap - alles lässt sich in dem Stück finden. Sogar die Bigband, die ich in einem Song auf der Standard-Version zu hören gemeint habe, hat hier ihr Comeback. In den Strophen spricht der Sänger fast, während im Refrain sowohl die Instrumente als auch die Stimme wirklich alles gibt. Cooler und passender Abschluss, der Lust macht, das Album gleich noch einmal anzuhören :D

Fazit:
Jetzt sitze ich hier und höre mir das Album direkt noch einmal an. Vor dem ersten Anhören muss ich zugeben, dass ich etwas Angst hatte, der Rag'n'Bone Man könnte mich etwas enttäuschen, denn wir kennen das ja: Ein Newcomer hat zwei tolle Songs, die Hits werden, präsentiert dann sein Album und plötzlich ist man total enttäuscht, schließlich kann der Rest gar nicht mit den beiden Tracks aus dem Radio mithalten. Ganz anders aber auf "Human": Die Songs bilden zusammen ein wirklich rundes und sehr stimmiges Paket, welches Soul, Pop, Rock, RnB und Rap vereint und authentische Musik präsentiert, mit Herz und Hand gemacht. Dabei ist wohl die größte Stärke des Sängers, seine Stimme mit emotionalen Geschichten zu paaren und diese - je nach Stimmung - unterschiedlich einzusetzen. Teilweise saß ich hier und konnte gar nichts schreiben, weil ich so begeistert war und am liebsten nur zugehört hätte.

Ich persönlich finde dabei die Deluxe Edition definitiv hörenswert, aber natürlich ist das nur meine subjektive Meinung. Egal welche Version man sich zulegt: Man wird es nicht bereuen, denn man erhält ein wirklich klasse Album! Dafür gibt es von mir die volle Punktzahl. Und jetzt lasst mich in Ruhe, ich will es noch einmal anhören :D

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Das Special rund um den deutschen Vorentscheid "Unser Song 2017" im Überblick

© NDR
Good evening Europe!
Der Februar stand voll und ganz im Zeichen des Vorentscheids: Nach zwei letzten Plätzen entschieden sich die Verantwortlichen "back to the roots" zu gehen und suchten in ganz Deutschland nach talentierten Sängerinnen und Sängern. Aus den Bewerbern entschieden sie sich - nach einer Convention und einem Workshop - für fünf Talente, die im Vorentscheid am 9. Februar die Songs "Wildfire" und "Perfect Life" in einer eigenen Version präsentierten als auch in der ersten Runde mit Covern das Publikum überzeugen mussten. Hinzu kam eine prominent besetzte Jury, bestehend aus der ESC-Gewinnerin Lena, dem Deutsch-Pop-Sänger Tim Bendzko und dem Schlager-Ass des ARD Florian Silbereisen als auch ein internationales Stimmungsbarometer, bei dem Fans aus dem Ausland für ihren Favoriten stimmen durften als auch die erstklassige Moderation von Barbara Schöneberger. Wie immer habe ich den Weg vom letztjährigen ESC bis hin zum diesjährigen Vorentscheid für die ESC-Saison 2017 begleitet und verschiedene Beiträge verfasst, die ihr hier nachlesen könnt:






© Sony Music








Natürlich gab es auch zum Vorentscheid der Schweiz einen Beitrag und auch die Österreicher habe ich nicht vergessen - sobald ihr Song feststeht (der Kandidat Nathan Trent steht ja bereits seit langem fest), bewerte ich diesen in einem separaten Beitrag:




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